Vertrauen ist gut, aber.....
In
seinem aus impulse 6/97 stammenden Aufsatz „Scharlatane“ ging
der – mittlerweile verstorbene - damalige Herausgeber dieser Zeitschrift (Johannes Gross)
auf die Problematik von schwarzen Schafen in der Unternehmensberatung ein. Auszüge
daraus...
...“der Scharlatan ist ja nichts anderes als die betrügerische
Gegenfigur zu irgendeiner echten Position. Er bezieht sein Ansehen gerade
daraus, dass es die echte Position gibt, aber dass er dank einer überlegenen
betrügerischen Werbung weismachen kann, mehr zu leisten, zu vollbringen,
erfolgreicher zu sein als derjenige, der dem Gewerbe seriös nachgeht.
....da hat sich in den letzten Jahrzehnten ein unübersichtlicher, schillernder
Markt von unternehmerischen Dienstleistungsangeboten aufgetan. Die dort tätigen Theorie-Scharlatane sind vor allem
aus einem Grund schädlich:
Sie rauben den echten Unternehmern das, was für diese am kostbarsten
ist, nämlich Zeit“........
....und auch viel Geld... möchten wir ergänzend
hinzufügen.
Und ? Hat sich
seit 1997 daran etwas geändert (siehe auch aktuelle Urteile)?
Wenig, denn die Lügen in allen Phasen des Kontaktes zwischen manchen "Beratungsfirmen" und Unternehmer bleiben. Es wird erzählt,
dass man auf einen riesigen eigenen Beraterapparat zugreifen kann,
dass man ein optimiertes Knowledge-Management betreibt, immer auf dem neusten
Stand ist, bestens aus- und weitergebildete Spezialisten unter Vertrag
hat... und daher natürlich der (verhältnismäßig hohe)
Preis durch Können und Schnelligkeit sofort wieder ausgeglichen wird.
Der „riesige Apparat von Fachkräften“ ist
aber in der Regel ein auf sich gestellter freiberuflicher Berater, ein Einzelkämpfer, der über
ein Ein-Mann-Knowledge-Management – ohne Synergieeffekte einer großen
Firma - verfügt. Nur wenn das beauftragende Unternehmen Glück hat,
bekommt es einen sehr guten Berater zugeteilt (dessen identische Leistung
man allerdings ca. um die Hälfte hätte preiswerter bekommen können,
wenn man mit ihm direkt verhandelt hätte).
Bis zu 75 %
des Beraterhonorars landet dann auch folgerichtig nicht bei den Beratern, sondern bei diesen so genannten Unternehmensberatungen,
die im Grunde nur Agenturen sind, also Beratungsaufträge „hereinholen“,
um sie dann mit Knebelkonditionen von allen möglichen freien Mitarbeitern „abarbeiten“ zu
lassen. Von diesem Honorar werden dann die Telefonakquisiteure , Verkäufer
und natürlich die Gesellschafter bezahlt (und auch so manche "Auszeichnung" wie z.B. "Top Consultant 201X" bekommen solche Agenturen "durch Spendenzahlung verliehen"). Man begleicht also das
Honorar für eine große Beratungsorganisation und bekommt dafür
Einzelkämpfer.
Glücklicherweise sind solche Firmen nicht in der Überzahl.
Wichtig ist halt, dass Sie als Interessent diese Sachverhalte kennen und
berücksichtigen sollten. Für kleine und mittelständische
Unternehmen reicht die Sachkenntnis eines erfahrenen Unternehmensberater-Einzelkämpfers
oder einer kleineren Consulting-Gruppe meist vollkommen aus. Je größer
die Beratungsfirma, desto höher normalerweise auch das Honorar. Aber
dafür gibt es dann – bei den seriösen Firmen – auch
ausgesprochene Fachleute für bestimmte Probleme.
Das Beratungsbüro Seiler, Rueß und Partner GbR übrigens sieht sich in erster Linie als kleines, flexibles Beratungsunternehmen, das artfremde und besondere Problemstellungen immer mit dafür geeigneten Partnern löst. Auch werden Aufgaben, die eine Rechts- und/oder Steuerberatung nötig machen, nur mit einem Kanzleipartner (Anwalts- und Steuerberatungskanzlei) bearbeitet und gelöst (z.B. bei der Thematik der Firmenübergaben und Nachfolgeregelungen).Natürlich sind darüber hinaus für uns die vom BDU (Bundverband Deutscher Unternehmensbe-rater) vorgegebenen Berufsgrundsätze bindend, mit der Einschränkung, dass wir - anonymisierte -Teile von Referenzschreiben zur Verfügung stellen (Punkt 9, Satz 2 der BDU-Berufsgrundsätze).
