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Richtige Übergabe und Nachfolgeregelung für kleine und mittelständische Unternehmen

Der Generationswechsel stellt eine kritische Phase im "Leben" eines Familienunternehmens dar, nur 5% schaffen es bis zur vierten Generation. Eine immer wichtigere Aufgabe in Deutschland, die wir als ein Verbund aus Steuerberatern, Anwälten sowie Unternehmensberatern lösen.

Das Leben eines Unternehmens besteht aus unterschiedlichen Abschnitten. Von der Gründung über die erfolgreiche Führung bis hin zur Übergabe erstreckt sich dieser Zyklus. Drei Pfeile

 

 

 

 

 

 


Die Bestandssicherung, aber auch der künftige Erfolg des Unternehmens, hängen meist wesentlich von der passenden Notfallplanung einerseits, der Übergabestrategie und einer Optimierung rechtlicher, steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Gesichtspunkte ab.

1.Schritt

Entwicklung der Übergabestrategie

Ein ausscheidender Unternehmer möchte sein "Lebenswerk" weitergeführt wissen und sich um seine Alterssicherung keine Sorgen machen müssen. Der Nachfolger sucht einen reibungsfreien Einstieg in seine neue Position und muss Risiken für die Existenz des Unternehmens gering halten. Hier ist eine langfristige Strategie gefragt, die auch noch Raum für Korrekturen ermöglicht. Die Variationen der Übergabegestaltung sollten in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachberatern auf die generelle Machbarkeit und die Deckung mit den Interessen der Beteiligten abgestimmt werden.

Die wichtigsten Fragen bei der strategischen Planung sind:

  • Wann soll der Übergang erfolgen?
  • Wann soll der Nachfolger eingeführt werden (frühzeitig, erst zum Schluss)?
  • Wer soll der Nachfolger sein? (Familie, Gesellschafter, Führungskraft aus eigenem/fremden Unternehmen)
  • Wo nehme ich ggf. einen Nachfolger her? (eigene Kontakte, Personalberater, Börsen der Verbände und Kammern)
  • Welcher Preis soll für das Unternehmen erzielt werden?
  • Was muss noch vor der Übergabe eingeleitet bzw. abgeschlossen sein.

2.Schritt 

Analyse und Bewertung des Unternehmens

Die richtige Beurteilung eines Unternehmens ist sowohl für den Übergebenden als auch für den Nachfolger von existenzieller Bedeutung. Der Verkäufer erfährt, was "sein Betrieb wert ist", der Nachfolger lernt die Stärken und Schwächen des Unternehmens kennen. Die Bewertung gibt Auskunft, ob ein in´s Auge gefasster Kaufpreis und die daraus folgende finanzielle Belastung überhaupt aus den zu erwartenden Erträgen des Unternehmens erwirtschaftet werden kann. Mit Hilfe eines Unternehmensplanes (neudeutsch Businessplan - leider) wird eine Strategie zur finanziellen und betriebswirtschaftlichen Verwirklichung der Unternehmensübergabe und zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen und künftiger Entwicklungsmöglichkeiten festgelegt.

Die Analyse und Bewertung des Unternehmens erfolgt in drei Etappen:

  1. Umfassende Analyse des Unternehmens in allen Bereichen (so genannte harte und weiche Faktoren)
  2. Bewertung des Unternehmens mit jeweiliger Hilfe moderner Bewertungsverfahren (Ertragswertverfahren, discounted cash flow, Substanzwertverfahren, Stuttgarter Verfahren..
  3. Erstellung eines Businessplanes

In diesem Bereich kann sich ggf. auch ein externes - bankenunabhängiges - Rating (gemäß Basel II) anbieten.

 3.Schritt  

Prüfung und Berücksichtigung der steuerlichen und rechtlichen Auswirkungen

Eine Vielzahl von rechtlichen Bestimmungen regelt die Übertragung eines Unternehmens oder eines Gesellschaftsanteils. Um finanziellen Schaden für die beteiligten Personen und das Unternehmen selbst zu vermeiden, muss daher die steuerrechtliche Seite ebenso wie die handels- und zivilrechtliche Seite gut abgesichert sein. Eine lückenhafte rechtliche Gestaltung kann sowohl für den Übergeber als auch den Übernehmer zu nicht erwarteten Haftungsrisiken führen, die die Existenz des Unternehmens gefährden können. Daher sind Lösungen gefragt, die sowohl die rechtliche als auch die steuerliche Seite optimal abdecken (erbrechtliche Situation, Erstellung der notwendigen Vertragswerke).

Steuerliche Vergünstigungen können Berücksichtigung finden bei der Übertragung des ganzen Unternehmens, eines Teilbetriebes, eines Mitunternehmeranteils, der Übergabe von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft und im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge und Schenkung.

Alle Beteiligten (auch die weichenden Erben) benötigen konkrete Zahlen. Es müssen die Erfolgspotenziale des Unternehmens geprüft und eindeutige Empfehlungen gegeben werden, ob und in welcher Form die Finanzierung mit einer Übergabe geändert werden soll; vor allem auch, um eine weitere Haftung der Senioren für betriebliche Schulden zu vermeiden.

 4.Schritt  

  Übergabe-Vorbereitungen und Übergabe- Durchführung

Der Übergang stellt auch für Mitarbeiter, Führungskräfte, Lieferanten und Kunden eine nicht zu unterschätzende Umstellung dar. Dabei ist zu untersuchen, wie sich der Wechsel in der Unternehmensspitze auf die Beziehungen zu diesen Gruppen auswirkt, und es ist zu skizzieren, wie die Kontinuität sichergestellt werden kann.

Zur Finanzierung des Unternehmensüberganges stehen darüber hinaus zahlreiche Hilfen von Institutionen des Bundes, der Länder und privater Gesellschaften zur Verfügung.

Somit sind die Hauptthemen in der Vorbereitungsphase:

  1. Vorbereitung der Mitarbeiter, Lieferanten, ggf. Kunden..
  2. Vorbereitung der ausscheidenden Gesellschafter
  3. Vorbereitung der eintretenden Gesellschafter
  4. Abstimmung über Umfang und Zahlungsweise des Kaufpreises in einem Betrag / in Raten.

Unternehmensübergaben sind schwierig. Der "neue Chef" ist ‑ zumindest in dieser Position ‑ eine unbekannte Größe und muss sich mit gefestigten (z.T. betonierten) Strukturen und einer seit Jahrzehnten gewachsenen Unternehmenskultur auseinander setzen. Der "bisherige Chef' muss lernen, nicht mehr alles kontrollieren zu wollen. Er muss "loslassen" können.

Fahrplan für die erfolgreiche Einführung eines Nachfolgers:

  • Einen Zeitplan erstellen (Übergang in vielen kleinen oder einem großen Schritt?)
  • Mitarbeiter mit der Situation und dem Nachfolger vertraut machen
  • Nachfolger mit den Gegebenheiten und den Interessen der Mitarbeiter vertraut machen
  • Neuerungen behutsam einführen und dabei auch auf Traditionen Rücksicht nehmen
  • Führungscrew in die Strategieentwicklung einbinden, gemeinsame Visionen für das Unternehmen entwickeln.